Sportmedizin

Modernes Laufband für Belastungstests & Laufbandergometrie

Neues LaufbandIn unserer Praxis steht ein modernes Laufband zu Verfügung, mit dem diagnostische Belastungstests bei all den Patienten durchgeführt werden können, die auf dem Fahrradergometer nicht belastet werden können. Insbesondere sind Patienten mit eingeschränkter Beweglichkeit in Knie- und Hüftgelenken (Arthrosen oder Endoprothesen) betroffen. Solange die Fähigkeit zum Gehen in der Ebene erhalten ist, kann auch eine Laufbandergometrie durchgeführt werden.

Darüber hinaus kann nun bei Läufern eine sportartspezische Leistungsdiagnostik in Form der Laufband-Spiroergometrie durchgeführt werden. Es wird somit die Bestimmung der exakten Trainigsherzfrequenz für Langstreckenläufer möglich. Eine solche Untersuchung ist insbesondere in der Vorbereitung auf einen erfolgreichen Marathon oder Halbmarathon zu empfehlen.

Sporttauglichkeitsuntersuchung

Bevor man sich dazu entscheidet, regelmäßig Sport zu treiben, ist eine Untersuchung bei einem sportmedizinisch ausgebildeten Arzt sinnvoll. Hierbei ist insbesondere zu überprüfen, ob Risikokonstellationen von Seiten des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge vorliegen, die bei stärkeren körperlichen Anstrengungen zu einer Gefährdung (Stichwort: „plötzlicher Herztod“) führen würden. Dies gilt auch für jüngere Menschen, die unter Belastungen des täglichen Lebens völlig beschwerdefrei sind.

Um die individuelle Tauglichkeit festlegen zu können, werden folgende Komponenten als Bestandteile der sogenannten Sporttauglichkeits-untersuchung empfohlen:

• Körperliche Untersuchung incl. Blutdruckmessung
• 12-Kanal-EKG
• Lungenfunktionsprüfung
• Echokardiographie ( Ultraschall des Herzens )
• Belastungs-EKG mit Feststellung des Blutdruckes unter körperlicher Aktivität

Da es sich bei einer Sporttauglichkeitsuntersuchung um eine reine Vorsorgemaßnahme handelt, wird diese nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Sportmedizinische Leistungsdiagnostik

Viele ambitionierte Freizeitsportler, z.B. Langläufer auf dem Weg zu Ihrem 1. Marathon oder „halbprofessionelle“ Vereinssportler sehen oft trotz regelmäßigen Trainings keine Leistungsverbesserung. Hier kann eine gezielte Leistungsdiagnostik mit exakter Bestimmung der anaeroben Schwelle während einer definierten Ausdauerbelastung hilfreich sein. Methodisch kann dies entweder über die Analyse von Atmungsparametern (Spiroergometrie) oder durch wiederholte Blutentnahmen zur Bestimmung der sogenannten Laktatschwelle erfolgen. Beide Verfahren erlauben – entweder jede für sich oder gar in Kombination – die Bestimmung der individuellen Herzfrequenz-, Lesistungs-[W bei Radfahrern] oder Geschwindigkeitsbereiche [km/h bei Läufern], bei denen eine rein aerobe, eine aerob/anaerobe oder eine rein anaerobe Stoffwechselsituation besteht. Mit Hilfe einer solchen Analyse ist die Erarbeitung eines individuellen Trainingsplans möglich. Dabei werden die einzelnen Trainingsbereiche (Regeneration, GA 1- extensive Grundlagen, GA 2 – intensive Grundlagen, Intervalltraining) exakt definiert unter Berücksichtigung der optimalen Energiebereitstellung mittels Fett- bzw. Kohlenhydratverbrennung.

In unserer Praxis steht eine spezielle Software sowohl für die Spiroergometrie (LF Sport) als auch für den Laktatschwellentest (Ergonizer) zu Verfügung. Bei der  Spiroergometrie als Einzeluntersuchung kommt ein Rampenprotokoll zur Anwendung, während beim Laktatstufentest oder der Kombination beider Testmethoden mittels Stufenprotokoll über je 3 Minuten belastet wird.

Bei Läufern werden die individuellen Leistungsdaten auf unserem Laufband (s.o) ermittelt. Die hieraus resultierenden Trainingsbereiche sind hier dargestellt:
 

 

Zur exakten Bestimmung der maximalen Leistungsfähigkeit, die in der Sportmedizin mit der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) beschrieben wird, sind spiroergometrische Daten notwendig. Bei einem Laktattest ohne Spiroergomtrie kann die VO2max nur abgeschätzt werden.

Beim Laktatstufentest wird von der Ergonizer-Software eine sogenannte Critical-Power-Analyse durchgeführt. Das Critical-Power-Konzept von Monod & Scherrer (1965) beschreibt die maximale Leistung in Abhängigkeit zur Belastungsdauer. Es kann somit für jede beliebige Belastungsdauer eine maximal mögliche Leistung angezeigt werden. Unter anderem wird die sogenannte FTP (functional threshold power = Funktionsleistungsschwelle) bestimmt. Diese gibt die Maximalleistung wieder, die über eine Stunde erbracht werden kann. Für ambitionierte Radsportler ist die FTP von besonderer Bedeutung, da sie benötigt wird bei der Verwendung von Powermetern (am Fahrrad installierte Leistungsmesser), die heute nicht nur im professionellen Radsport das Training und insbesondere das Verhalten im Wettkampf wesentlich steuern. Die früher zumeist allein eingesetzte Herzfrequenz reagiert bei bestimmten Trainingsformen (Intervalltraining: HIIT) als biologischer Parameter zu träge und ist stärker von situativen Bedingungen beeinflusst.

In der Folge sind einige Testauswertungen beispielhaft dargestellt.

Laktatstufentest auf dem Fahrradergometer

 

 

Spiroergometrie als Rampenprotokoll auf dem Fahrradergometer

 

 

Laktatstufentest einer Läuferin

 

Bei der individuellen Beratung nach erfolgter Leistungsdiagnostik ist die jahrelange praktische Erfahrung von Dr. Schneider hilfreich. Seine große Leidenschaft ist der Radsport, wobei er sein umfangreiches Training streng nach den Ergebnissen der Leistungstests ausrichtet. Da seine Trainingsbikes sämtlich mit Powermetern unterschiedlicher Anbieter ausgestattet sind, kann er auch nützliche Hinweise zum „wattzahlgesteuerten“ Training geben.

 

 

Spiroergometrien werden aufgrund der kardiologischen Ausrichtung der Praxis seit 2005 in großem Umfang durchgeführt. Regelmäßige Fortbildungen zu dem komplexen Thema garantieren eine stetige Aktualisierung des Wissens. Zur Optimierung der Laktatleistungsdiagnostik wurde im Jahre 2014 das Zertifikat „DGSP-Experte für sportmedizinische Leistungsdiagnostik“ bei der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin erworben (http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/Laktat-2015-07-29.pdf).